Offroad - Reifenwahl
1. Grundsätzliches:
1.1. die Faustregel:
· je härter der Untergrund, desto flacher das Reifenprofil
· je
weicher der Untergrund, desto tiefer das Reifenprofil
Die Theorie die dahinter steht ist jene, dass ein tiefes Profil Vortrieb und
Seitenführung erzeugt, indem es sich in den Untergrund gräbt – beispielsweise
mit langen steifen Spikes. Flache Profile, also jegliche Form von Minipin/Minblock
Profilen sollen sich nicht in den Untergrund graben, sondern die Oberfläche
ankratzen und so Grip erzeugen. Logisch also, dass ein Spikereifen nicht gut auf
festem Boden funktioniert, ein Minipin dafür in aufgeweichtem Boden durchrutscht
und keinen Halt findet.
2. Reifentypen
2.1. Proline "Holeshot" (und andere Minipin/Miniblock Profile)
Sie funktionieren fast immer, bevorzugt auf harter trockener Erde, Lehm und
Staub. Auf Gras muss man mehr driften um schnell fahren zu können, da diese
Profile hier wenig Seitenführung bieten. Auf nassem, aufgeweichtem Untergrund
funktionieren sie nicht, da das Profil verklebt und sie keinerlei Vortrieb oder
Seitenführung mehr aufbringen.
Die Reifen sind recht günstig und weit verbreitet.
2.2. Tamiya "Spire Spike" (und andere Spike/Grobblock Profile beispielsweise von
Schumacher)
Sie funktionieren nur auf Gras und loser, lockerer oder feuchter Erde. Auch auf
feinem Schotter oder Kies kann man sie verwenden.
Vor allem auf Gras und aufgeweichtem Untergrund bieten die Reifen sehr viel
Seitenführung, sodass man seinen Fahrstil anpassen muss – kein Driften, da die
Reifen zu stark bremsen, sondern sauberes Kurvenfahren ist nötig. Durch die
große Seitenführung (=der Reifen rutscht in der Kurve kaum weg) kann der Buggy
in schnellen Kurven kippen – das Setup muss also angepasst werden: weniger
Bodenfreiheit, härteres Dämpferöl oder flacherer Anstellwinkel der Dämpfer.
2.3. 2wd Frontreifen
Das sind schmale Reifen mit meist 3 oder 4 Rillen. Für Gras gibt es eigene
Spike/Rille Profile, die normalen sollten für den Hobbyfahrer aber reichen. Die
Reifen verschleißen fast nicht, da sie lediglich Seitenführung aufbauen müssen.
3. Einlagen
Wichtiger als die Frage „Welche Einlagen?“ ist die Frage „Besitzen die Reifen
Einlagen?“ – welche grundsätzlich mit JA zu beantworten ist.
Es gibt zwei Typen von Einlagen:
· Streifeneinlagen: ein Schaumstoffstreifen, welcher in den Reifen gesteckt wird, bevor der Reifen auf die Felge gezogen wird. Die Enden solcher Einlagen müssen unbedingt miteinander verklebt werden, da sich die Einlage sonst verschiebt und Flachstellen entstehen.
·
Ringeinlagen – die problemlosen: in den Reifen stecken, aufziehen, verkleben,
fertig.
Die Höhe der Einlage bestimmt, wie „bauchig“ der fertige Reifen wird, also wie
stark gekrümmt die Lauffläche ist.
Leicht gekrümmte Laufflächen reagieren weitaus unsensibler auf
Sturzeinstellungen und bieten besseren Grip auf unebenem Untergrund als plane
Laufflächen – die bessere Wahl für den Just-4-Fun Fahrer also.
Einlagen für 1:10 Buggies lassen sich auch problemlos aus
weichem Schaumstoff (z.B. Verpackungsmaterial) selbst schneiden: Sie sollten
etwa 1,2mal breiter als der Reifen selbst sein, damit sie diesen gut ausfüllen.
Höhe zwischen 1 und 1,5cm (je weicher der Schaumstoff desto höher!) Die Länge
muss so bemessen sein, dass sich die Enden zusammenkleben lassen, ohne zu
spannen.
ENDE