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Dieses
Posting richtet sich an den Einsteiger, der eher "im Gelände" fährt, als auf
präparierten Bahnen im Club-Umfeld. Ich gehe dabei von einem Elektro-Buggy
aus, für Verbrenner gilt's aber auch..
1. Die
Grundregel
Ausgegangen wird immer vom Baukastensetup - bis auf weniger Ausnahmen ist
das eine brauchbare Grundlage fürs "Feintuning"
2.
veränderbare Faktoren, die das Fahrverhalten beeinflussen (geordnet nach
Gewichtung)
1. Reifenwahl
2. Dämpfersetup
3. Bodenfreiheit
4. Antstellwinkel der vorderen Lenkhebel (Kickup > Anti Dive > Nachlauf)
5. Spur (v+h)
6. Sturz
3. Die
Details
ad 1.
Da die Reifen im Normalfall das einzige sind, was Chassis und Untergrund
verbindet, ist der "richtige Reifen" eine Grundvoraussetzung für gutes
Fahrverhalten.
Weitere Details (speziell für 1:10 Modelle)
hier
ad 2.
Die Dämpfer bestimmen, in welcher Weise die Reifen Kontakt zum Untergrund
haben sollen, sie beeinflussen großteils, wie sich das Fahrwerk in den
verschiedensten Situationen (Beschleunigen, Bremsen, Kurvenfahren, Landung)
verhält.
Eine allgemeine Dämpfer-FAQ und Leitfaden zur "richtigen" Einstellung gibt
es
hier
ad 3.
Die Einstellung der Bodenfreiheit steht im direkten Zusammenhang mit den
Dämpfern, da sie durch "Vorspannen" der Federn justiert wird.
Die "richtige" Einstellung der Bodenfreiheit kann das Fahrverhalten
entscheidend verbessern.
Generell soll die Bodenfreiheit so eingestellt sein, dass die Schwingen an
vorder und Hinterachse bei fahrfertigem Buggy parallel zum Boden stehen (=
eine Linie bilden) wenn die Federung einmal durchgedrückt wurde.
Hohe Bodenfreiheit kann in manchem Gelände von Vorteil sein, dabei handelt
man sich zwei Nachteile ein:
- der Schwerpunkt liegt höher
- Fahrwerk kann die Rollbewegung in Kurven nicht mehr ausgleichen, weil
negativer Federweg fehlt. (Hoher Schwerpunkt erhöht Rollneigung)
Beides wirkt sich negativ auf's Handling aus, am deutlichsten wahrscheinlich
in Form von "Traction Rolling", dem Kippen des Fahrzeuges in schnellen,
engen Kurven. (Zuviel Seitenführung, zu hoher Schwerpunkt und zuviel
Rollneigung)
ad 4.
(Für die Zwecke dieses Setup-Guides schreiben wir Kickup, Anti-Dive und
Nachlauf dieselbe Funktion zu - wer genaueres wissen will ->
RC-Lexikon )
Obwohl die Einstellungen (werden an der Vorderachse durchgeführt!)
drastische Auswirkungen auf das (Ein-)Lenkverhalten haben, gibt es leider
nur sehr sehr wenige Einsteigermodelle, die hier überhaupt
Justierungsmöglichkeiten bieten.
Wie der Nachlauf (bzw. Anti-Dive) eingestellt wird, ist von Modell zu Modell
höchst unterschiedlich, hier also am besten im Handbuch nachsehen oder im
Forum fragen.
Mehr Nachlauf (Lenkhebel weiter nach hinten "gekippt") führt zu einem
spürbar sanfteren Einlenken, weniger Nachlauf dagegen zu zackigerem
Lenkverhalten und schnellem Richtungswechsel. Mehr Nachlauf ist im
Allgemeinen angenehmer zu fahren, ohne dem Modell seine Agilität zu nehmen.
ad 5.
An der Hinterachse gibt es nur zwei Möglichkeiten; entweder schauen die
Reifen von oben in Fahrtrichtung gesehen zusammen oder sie stehen parallel.
Leicht zusammenlaufende Reifen ergeben ein gutmütiges,
selbststabilisierendes Fahrverhalten und ist daher im Hinblick auf das
leicht zu beherrschende Einsteigermodell zu bevorzugen.
Mit parallelen Hinterreifen lassen sich geringfügig höhere Geschwindigkeiten
erzielen, der selbststabilisierende Effekt geht dabei jedoch mit allen
Konsequenzen verloren.
Genauso wie beim Nachlauf, gibt es auch bei der Spur der Hinterachse von
Modell zu Modell verschiedene Einstellmöglichkeiten, wobei die meisten
Einsteigermodelle mit einem gewissen Grad an Vorspur ausgestattet sind,
welcher sich nicht weiter verändern läßt - auch nicht tragisch.
Für alle anderen sollte die Vorspur etwa 1-3° der Reifen zueinander(!)
betragen (also 0,5°-1,5° pro Reifen zur - gedachten - Chassismittellinie)
An der Vorderachse wird die Spur bei allen Modellen über die Spurstangen der
Lenkhebel eingestellt, sofern diese eine Einstellung zulassen
(Gewindestangen müssen zum Verstellen ausgebaut werden, R/L Gewindestangen
können direkt am Fzg eingestellt werden und sind durch einen angeformten
Vier- bzw. Sechskant oder einem Loch zum einhaken erkennbar)
Die Spur an der Vorderachse kann 3 verschiedene Positionen annehmen:
Vorspur - die Reifen weisen von oben gesehen in Fahrtrichtung zusammen
Parallelspur - die Reifen stehen parallel zueinander
Nachspur - die Reifen weisen von oben gesehen in Fahrtrichtung auseinander.
Werden die Spurstangen verkürzt, so geht die Einstellung Richtung Nachspur,
werden sie verlängert, so geht die Einstellung Richtung Vorspur.
In der Theorie bringt Vorspur einen besseren Geradeauslauf, Nachspur dagegen
schnelleres Einlenken - in der Praxis macht sich diese Einstellung auf
unpräparierten Pisten & Gelände kaum bemerkbar, solange sie sich im
"Normbereich" von 2° Vorspur - 2° Nachspur bewegt.
Wichtig aber, auf Symmetrie achten, sowohl bei der Hinterachse als auch bei
der Vorderachse!
ad 6.
Sturz - Radsturz wird ebenfalls (meistens) über Spurstangen eingstellt - die
oberen Querlenker.
Generell sollte der Radsturz "leicht negativ" sein - also die Reifen weisen
von vorne (oder hinten) gesehen nach oben leicht zusammen.
Der Sturz sollte nicht mehr als 2-3° betragen, die Einstellung hat, solange
sie sich in diesem "Normbereich" bewegt, keine wirkliche Auswirkung im
Gelände, vor allem dann nicht, wenn man mit den (dort empfohlenen) Reifen
mit eher gekrümmter Lauffläche fährt und wurde von mir deshalb als letzter
Punkt aufgezählt.
Auch beim Sturz an Vorder und Hinterachse gilt: auf Symmetrie achten!
zum
Abschluss noch ...
Mit den Punkten 1-4 sollte sich JEDER Offroader auseinandersetzen, der sich
mit der Thematik "Beeinflussung des Fahrverhaltens durch gezielte Maßnahmen"
auseinandersetzen will 
Die Punkte 5 und 6 (sowie weitere hier nicht genannte) sind dann eher für
präparierte Pisten interessant, auf unebenem Gelände kommen sie kaum zum
Tragen. |